Einen Ironman als Lehrer

| Autor: Heike Saure

Berufsschüler im BBW Nordhessen profitieren von Extremsportler Marcel Krug 

BAD AROLSEN. Seinen Weihnachtsmoment hat Marcel Krug in diesem Jahr schon lange vor Ende Dezember gehabt. Denn der 35-jährige Sport- und Politiklehrer der Staatlichen Berufsschule im Berufsbildungswerk Nordhessen hat sich in diesem Jahr mit der Teilnahme am Ironman auf Hawaii einen Lebenstraum erfüllt. Seine sportlichen Werte, aber auch mentale Stärke und positive Einstellung gibt er im Schulalltag an seine Berufsschüler weiter.
„Das war wie Weihnachten für Kinder“ erinnert sich der Extremsportler an seine Glücksmomente in Kailua Kona. Dass die extreme Schiene eigentlich nie so sein Ding war, wie er sagt, mag man angesichts des geleisteten Trainingsaufwands über Jahre hinweg und die extreme Belastung eines Triathlons über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Fahrrad fahren und 42 Kilometer Laufen gar nicht recht glauben. 
Doch etwas, was Marcel Krug definitiv fehlt, ist die extreme Verbissenheit, und zwar im positiven Sinne. Er ruht in sich und sieht die Teilnahme auf Hawaii als ein Geschenk. Obwohl seine Laufzeit hätte besser sein können, frisst ihn der Gedanke an eine Wiedergutmachung nicht auf. Über eine erneute Qualifikation würde er sich riesig freuen, aber Triathlon hat für ihn auch etwas mit Demut zu tun.
„Wenn die Einstellung die Richtige ist, kommst du weiter im Leben“, möchte er auch seinen Schülern vermitteln. Das hat für ihn nichts mit Leichtfertigkeit, sondern mit Stressmanagement zu tun. „Auf den Schülern lastet schon genug Druck“, so der Pädagoge. Als gutes Beispiel, als jemand, der nicht nur mit Talent, sondern durch Fleiß und harte Arbeit etwas erreicht hat, geht Krug bei seinen Schülern voran. Und das kommt an, nicht nur bei den Schülern. Auch Schulleiterin Karola Vahland ist da ganz bei ihm. „Marcel Krug bringt Schüler dazu, selbstbewusst an Dinge heranzugehen“, lobt seine Chefin. Außercurriculare Aktivitäten bilden einen Baustein, Schülern positive, bleibende Erinnerungen an die Schulzeit zu schaffen. Und sie schaffen gleichzeitig Möglichkeiten, einen Zugang zum Sport zu öffnen, gerade für Schüler, die selbst in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. So nahm Krug in diesem Jahr mit seinen Schülern am Wolfhager Teamtriathlon teil oder schaute mit ihnen ein Basketballspiel der BG Göttingen.
„Das gehört in unserer Schule zur Schulkultur unbedingt dazu“, so Vahland. Die Herangehensweise von Marcel Krug bezeichnet sie als professionell, wertschätzend und individuell, ganz so wie es die Berufsschule in ihrem Leitbild verankert hat.
 

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