Das Osterei als Symbol

| Autor: Heidi Klanke

Das Ende der Fastenzeit

Nun ist es wieder soweit: Das Osterfest steht bevor. Osterferien, das Ende der Fastenzeit, viele haben auf Schokolade, Fleisch, Alkohol oder sogar Fernsehen verzichtet. Ab Ostersonntag dürfen wir wieder die Genüsse des Lebens, welche uns Freude machen, genießen, der Frühling ist da, die Natur blüht und für das Osterfest färben wir Ostereier, ausgepustete Eier für den Osterstrauch, gekochte, gefärbte Eier für das Osterfrühstück. Aber warum färben wir Ostereier?

Was hat es mit dem Ei auf sich?

Das Ei gilt in vielen Religionen als Symbol für neues Leben oder Wiedergeburt.
Aus einem Ei schlüpft ein Küken, aus einem leblosen Gegenstand entsteht neues Leben. Im alten Ägypten, in Phönizien und in Persien galt das Ei als Ursprung der Welt; alles Leben schlüpfte aus dem mystischen Ei, das eines Tages vom Himmel fiel. Im alten Rom und in Griechenland wurden während der Frühlingsfeste Eier bemalt oder gefärbt und als Geschenke an Freunde übergeben. In griechischen und ägyptischen Tempeln hingen Eier als Dekoration während der Frühlingsfesttage. Die FrühlingsTagundNachtgleiche markierte in Ägypten und Griechenland den Beginn des neuen Jahres; Eier wurden an diesen Tagen als heilige Symbole verehrt.

Das Osterei ist einer der Bräuche, der eigentlich einen heidnischen Ursprung hat, aber von der christlichen Kirche einverleibt wurde. Indem alte Traditionen beibehalten und mit einer neuen Bedeutung versehen wurden, gestaltete sich die Konvertierung der Heiden zum Christentum um vieles einfacher. Ostern und das Osterei sind da keine Ausnahme. Die althergebrachte Symbolik von neuem Leben bot sich geradezu an, in die christliche Symbolik um Ostern herum integriert zu werden. In der Interpretation der christlichen Kirche bedeutet das Osterei den Triumph des Lebens (das Küken) über den Tod (die leblose Schale), Jesu Christi Wiederauferstehung nach der Kreuzigung.

Außerdem waren Eier in der Fastenzeit nicht zugelassen. Die Eier, die während dieser Zeit gelegt wurden, wurden meist hartgekocht und somit haltbar gemacht. Nach vierzig Tagen konnten die Gläubigen am Ostersonntag dann erstmals wieder Eier essen – was liegt da näher, das Ei zu etwas Besonderem an diesem Tag zu machen.

So können wir uns an Ostern über neues Leben freuen.

 

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