Unterstützte Kommunikation

| Autor: Dr. Ursula Braun

Der Einsatz des Hilfsmittels an der Karl-Preising-Schule

Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich nicht mit Hilfe der Lautsprache verständigen können. Bei  schweren Körperbehinderungen kann es vorkommen, dass die Sprachmuskulatur nicht eingesetzt werden kann und es nur zu sehr undeutlicher oder völlig unverständlicher Aussprache kommt. Andere Erkrankungen erfordern eine Dauerbeatmung und machen so das Sprechen unmöglich. Bei manchen Menschen sind die Sprachzentren im Gehirn geschädigt, so dass sie zum Beispiel extreme Wortfindungsprobleme haben oder ungewollt ständig Wörter vertauschen. Mitunter fehlen auch die geistigen Voraussetzungen, um das schwierige System der Lautsprache zu erlernen.
Hier setzt die Unterstützte Kommunikation an: Unterstützte Kommunikation ist ein Ansatz, der sich darum bemüht  Menschen ohne ausreichende Lautsprache Kommunikationsmöglichkeiten zu erschließen. Das können ganz einfache Systeme sein, bei denen Gegenstände als Objektsymbole eingesetzt werden, um deutlich zu machen, was auf einen Menschen zukommt. Auch Gebärden, Foto- und Bildertafeln oder einfache Sprachausgabegeräte werden eingesetzt. Es kann sich aber auch um höchst komplexe Sprachcomputer handeln, mit denen es sogar möglich ist, in Fremdsprachen zu sprechen, wissenschaftliche Vorträge zu halten oder in den sozialen Medien aktiv zu werden. Unterstützte Kommunikation ist somit ein komplexes Feld für eine ganz unterschiedliche Zielgruppe.
Schon seit 1992 wird an der Karl-Preising-Schule erfolgreich mit Unterstützter Kommunikation gearbeitet, denn die KPS gehört für dieses Fachgebiet zu den Pionierschulen in Deutschland.  Dabei stellt Unterstützte Kommunikation keine Therapieform dar, sondern muss Alltagsprinzip sein.
Wenn eine Schülerin, die schwer körperbehindert ist und nicht sprechen kann, nach ihrer Schulentlassung weiterhin mit Hilfe ihres Sprachcomputer mit uns in Kontakt bleiben kann, dann wissen wir, dass Unterstützte Kommunikation Lebensqualität entscheidend verbessert.

Weitere Artikel
UK_Blog.jpg
Quelle: Prentke Romich