Eine schrecklich nette WG #3

| Erstellt von Autor: Jessica Lamotte zusammen mit Ann-Kathrin, Tim, Kevin, Heike, Ute und Janis

Wie wir uns in der Wohngemeinschaft in Wolfhagen eingelebt haben

Letztes Jahr im Sommer sind wir zusammengezogen und haben gleich einen Blog über unsere WG geschrieben. Seitdem ist einiges passiert: Wir sind als WG jetzt vollständig. Vor kurzer Zeit ist der letzte fehlende Mitbewohner eingezogen, alle Zimmer sind vergeben. Die Suche nach einem passenden Mitglied ist, wie in allen WGs, ja auch nicht ganz einfach und kann schon einmal etwas dauern. Die Chemie muss stimmen und alle müssen das Gefühl haben, dass sie gut zusammenpassen. Schließlich sind wir keine Zweck-WG, sondern verbringen gerne Zeit zusammen. Bei Janis hat dann alles gepasst.

Nach einem Kennenlerntag ist er auf eigenen Wunsch zum Probewohnen bei uns eingezogen. Zwei Wochen später stand fest: Wir haben einen neuen Mitbewohner. Sein Zimmer hat Janis natürlich nach eigenen Wünschen gestalten können. Jetzt muss er nur noch an unseren Haushaltsplänen beteiligt werden. Schließlich möchte auch er seine Wäsche waschen. Müll-, Spülmaschinen- und Wäsche-Plan funktionieren für uns wirklich gut. Solche Dinge organisieren wir nach wie vor in unserer WG-Besprechung. Die findet alle zwei Wochen statt. Jeder hat dort die Möglichkeit zu sagen, was ihr oder ihm gut oder weniger gut gefällt, und zusammen versuchen wir dann darauf zu reagieren.

Selbstbestimmung und Selbstständigkeit sind uns in allen Lebenslagen sehr wichtig, aber natürlich können wir Unterstützung bekommen, wann immer wir sie brauchen. Pädagogische Mitarbeiter stehen uns beratend zur Seite, zum Beispiel wenn es um Arztbesuche oder die Wahl der richtigen Lebensmittel im Supermarkt geht. Das letzte Wort haben wir aber selbst. Das betrifft auch Entscheidungen wie die Wahl eines neuen Mitbewohners. Solche Entschlüsse treffen wir alle zusammen. Wären wir nicht alle einer Meinung, würde die Mehrheit entscheiden.

 Für Freizeitaktivitäten wie beispielsweise Ausflüge in die Stadt oder Konzert- und Stadionbesuche stehen uns Teilhabekräfte zur Seite, die uns unterstützend begleiten. Freizeit ist eigentlich ein gutes Stichwort, denn die verbringen wir oft gemeinsam. Manchmal veranstalten wir zusammen Themenabende, bestellen uns etwas zu essen oder gehen auch mal ins Restaurant. Ungeschlagen an der Spitze der gemeinsamen Aktivitäten steht jedoch ein Spiel – Kniffel! Zum Kniffel-Spielen treffen wir uns fast jeden Abend am Esstisch. Es sind solche gemeinsamen Rituale oder auch gemeinsame Interessen, wie die Vorliebe zum Fußball, die einige Mitbewohner teilen, die aus einer Gruppe, die zusammen wohnt, eine Gemeinschaft machen.

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