Mein Start im BBW Nordhessen

| Erstellt von Gastblog: Lisa, Auszubildende Technisches Produktdesign

Ausbildung als Technische Produktdesignerin

Vor kurzem habe ich eine Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin im Berufsbildungswerk Nordhessen angefangen. Ich komme aus der Nähe von Homberg und bin gerade 18 geworden.

Ich hatte einen schwierigen Start ins Berufsleben ebenso wie andere im BBW. Viele, die hier anfangen, haben schon mindestens einmal eine Schule oder Ausbildung, aus gesundheitlichen oder anderen Gründen, abbrechen müssen. Bei mir war es die FOS (Fachoberschule), die ich vor der Ausbildung nicht beenden konnte. Da wurde mir zu einem Berufsbildungswerk geraten und ich dachte, „was soll‘s, versuch ich das mal“. Weil ich nicht wusste, was ich überhaupt machen wollte, habe ich dort erst mal eine Arbeitserprobung gemacht.

Dann kam mein erster Tag im Berufsbildungswerk Nordhessen in Bad Arolsen. Und was für ein Tag. Es war ein Sonntag im Juni, Anreisetag ist meistens Sonntag. Denn hier findet nicht nur unsere Ausbildung statt, sondern wir können hier auch wohnen. Ich weiß noch, dass ich beeindruckt war von der Größe des Geländes, dem vielen Grün und dem ganzen drum herum. 

Denn dann begannen meine vier Wochen Arbeitserprobung. Die ersten zwei Wochen war ich in der Holzwerkstatt. Dafür hatte ich mich zuvor entschieden, weil mich das interessierte und ich mir etwas in diese Richtung schon vorstellen konnte. Doch während dieser Zeit bemerkte ich, dass das nicht zu mir passte und ich die Lust daran verlor. Danach kam ich für zwei Wochen in den TPD-Bereich (Technisches Produktdesign). Und was soll ich sagen, es hat mir Spaß gemacht und hat mich begeistert. Damit war die Entscheidung für meinen Ausbildungsberuf gefallen. Früher hieß der Beruf „Technischer Zeichner“, heute „Technischer Produktdesigner für Maschinen- und Anlagenkonstruktion“. Es geht ums Zeichnen, Messen, Rechnen, ein Beruf zwischen Büro und Werkstatt. 

Dann kam er. Der erste Tag meiner Ausbildung. Ich kannte zwar schon das BBW durch die Arbeitserprobung, die Räumlichkeiten und die meisten Leute. Aber das erste Mal auf mein Lehrjahr zu treffen, mit denen ich 3,5 Jahre lang meine Ausbildung machen würde, war schon aufregend. Wie schon in der Arbeitserprobung ging es zuerst ans Zeichenbrett, Grundlagen lernen.

Am Anfang geht es um einfache Formen in verschiedenen 2D und 3D Ansichten zeichnen, auf Winkel achten, Bauteile erkennen und auch verdeckte Elemente richtig skizzieren. Maße korrekt anbringen und bloß nichts doppelt bemaßen und natürlich auch nichts vergessen. 

Schon krass, wie viel man beachten muss. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Zeichner früher alles ohne PCs machen mussten. Einmal falsch gemessen, radieren, neu zeichnen und wenn man Pech hat und das Blatt kaputtgeht, alles neu machen. Bei einem DIN-A4-Blatt nicht unbedingt schlimm, aber, wenn man mal eine komplexe Zeichnung von 2x2 Metern hat. Na dann Prost, Mahlzeit…

Aber zum Glück arbeiten wir heute hautsächlich am Computer. Da kann man Fehler einfacher beheben. Und wenn man mit den Konstruktionsprogrammen umgehen kann, ist die Arbeit auch nur noch halb so schwer. Und bald bin ich auch mit dem Handzeichnen fertig und kann am PC durchstarten. 

Nun sollte meiner Ausbildung nichts mehr im Weg stehen.

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