Marina

Im Jahr 2017 hat Marina im Berufsbildungswerk (BBW) in Kassel ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement abgeschlossen. Die 22-jährige hat direkt im Anschluss einen Job als Verwaltungsfachangestellte im Büro Bürgerservice der Gemeinde Ahnatal ergattert.

Red.: Marina, Sie haben Ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bereits erfolgreich abgeschlossen. Wie sind Sie damals auf das BBW aufmerksam geworden?

Marina: Durch ein allgemeines Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit. Ich wusste damals nicht, welche Ausbildung für mich die richtige ist und welche Möglichkeiten es gibt.

Red.: Aus welchen Gründen haben Sie sich damals für das BBW entschieden?

Marina: Die Entscheidung wurde mir gewissermaßen abgenommen. Als die Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit in meinem Lebenslauf las, stand das Berufsbildungswerk fest. Im Nachhinein denke ich, dass eine normale Ausbildung auch möglich gewesen wäre. Ich hätte mir mehr Alternativen gewünscht.

Red.: Was für Möglichkeiten hat Ihnen die Ausbildung im BBW eröffnet? Wo fühlten Sie sich besonders unterstützt?

Marina: Um ehrlich zu sein, hat es mir stark die Augen geöffnet. Man ist nicht alleine und jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber auch, dass man zu vielem im Stande ist, wenn man Willenskraft zeigt. Ich habe an Selbstvertrauen gewonnen und traue mir jetzt mehr zu.

Red.: Welche Mitbestimmung hatten Sie als Auszubildende?

Marina: Ich konnte schon selbst entscheiden, ob ich diverse Unterstützungen brauche oder wahrnehmen möchte. Das finde ich sehr wichtig, denn einige brauchen es nun mal mehr als andere. Es wäre allerding schön, wenn Azubis, die wenig bis gar keine Hilfe benötigen, auch zusätzliche Angebote bekommen würden. 

Red.: Was war das Besondere an Ihrer Ausbildung?

Marina: Besonders war für mich, morgens nicht zu wissen, was tagsüber auf mich zukommt. Jeder Tag war eine Überraschung. 

Ich habe auch ein halbes Jahr lang ein Praktikum bei Volkswagen gemacht, aber nicht als verzahnte Ausbildung. 

Red.: Wie war der Kontakt zu anderen Azubis?

Marina: Von sehr gut bis schwierig war alles dabei. Hier kommt es auch wieder stark auf die Beeinträchtigung jedes Einzelnen an. Es gab Zeiten, in denen wir alle gemeinsam gegessen haben und einfach ein starkes Team waren, aber das war auch oft anders. Wenn es zu Meinungsverschiedenheiten kam, dann richtig. Einen Mittelweg zu finden, ist da wichtig.

Red.: Was meinen Sie, wie sich die Ausbildung im BBW von einer normalen Ausbildung unterscheidet?

Marina: Ich denke, die Ausbildung im „normalen“ Leben ist mehr praxisorientiert und realitätsnaher. Dort wird vermutlich auch nicht jeden Tag Rücksicht genommen, was natürlich auch seine Vorteile haben kann. Die Arbeit und auch die Leistung bekommt da ein stückweit mehr Gewicht. Das spornt an. 

Red.: Fiel die Ausbildungswahl damals einfach? Was würden Sie Jugendlichen im Entscheidungsprozess um ihre Ausbildung raten?

Marina: Nein, die Ausbildungswahl fiel nicht so einfach. Das Büro war nie ein Thema für mich und ich habe mich da auch nicht gesehen. Ich habe nach Standort gewählt, da ein Umzug für mich ausgeschlossen war. Ich würde anderen raten, alles abzuwägen, seinen Interessen nachzugehen und die Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen. Mir hat mein Bauchgefühl geholfen. 

Mittlerweile fühle ich mich sehr wohl im Büro und bin mit meiner Entscheidung bisher zufrieden. 

Red.: Sie haben sofort nach der Ausbildung eine Stelle als Verwaltungsfachangestellte bei der Gemeinde Ahnatal bekommen. Das ist toll. Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Marina: Ich dachte immer, mir fehlt Praxis und Fachwissen. In den ersten Tagen konnte ich aber schon feststellen, dass ich gut vorbereitet bin und der Weg in das Berufsleben jetzt beginnt

Red.: Was möchten Sie in der Zukunft noch erreichen?

Marina:  Erstmal möchte ich ein bisschen Berufserfahrung sammeln und sehen, wie sich alles entwickelt. Ich habe auch schon überlegt, mich irgendwann auf einen Fachbereich zu spezialisieren, aber zuerst möchte ich sehen, was mir am meisten liegt und Spaß macht. 

Red.: Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft, Marina.