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Bange machen gilt nicht

Wie werden wohl die nächsten vier Jahre?

Bange machen gilt nicht

Wie werden wohl die nächsten vier Jahre?

Wir sind ein bunter Haufen in unserer Gesellschaft. Ein reges Treiben mit gleichen Meinungen sowie verschiedenen Vorstellungen, wir diskutieren, lachen und leben miteinander. Es ist nicht immer alles gut, doch im Großen und Ganzen gibt es ein gemeinschaftliches Gefühl. Wir sind froh, in Frieden leben zu können und als Land vielen ein Vorbild. So sehen es die meisten. Bisher zumindest.

Seit gut zehn Tagen ist es anders. Es hat sich etwas verändert. Viele hatten noch bis zum Schluss gehofft, aber es kam wie vorhergesagt: Die Ergebnisse der Wahl stehen fest. Es gibt eine Minderheit, die eine andere Ordnung anstrebt, eine Minderheit, die zunehmend größer wird und jetzt so groß ist, dass sie ab sofort mitentscheiden darf. Vielen macht das Angst und sie fragen sich: Wie passt die Farbe Blau, die so manchem dann doch sehr Braun vorkommt, dazu?

In den sozialen Medien schlagen die Wellen hoch: „Ich bin #87 Prozent“. Es wird immer mehr geteilt, gelikt, kommentiert. Diese 87 Prozent sind zwar auch mal verschiedener Meinung, aber immer tolerant für das Gegenüber und suchen die Diskussion.

Aber was ist nun mit den anderen 13 Prozent? Wir sollten wohl alle mal innehalten und uns fragen: Was bewegt so viele Menschen, in eine solch extreme Richtung zu gehen? In eine Richtung, die bei so vielen Themen einen Rückschritt bedeutet. Wie diskutieren wir mit Menschen, die die Grundlagen der Diskussion anzweifeln: Gleichberechtigung und Offenheit? Wie können wir auch diese 13 Prozent wieder in unsere Mitte holen und von unseren Werten überzeugen? Auch wir im Bathildisheim fragen uns das. Zu unseren fundamentalen Werten gehören Aufgeschlossenheit, Verantwortung, Nächstenliebe und Freiheit. Inklusion ist nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar. Wir wollen nicht, dass an Schulen abgestimmt wird, ob ein Kind mit Behinderung Teil einer Klassengemeinschaft sein darf. Wir möchten in einer Gesellschaft leben, die Flüchtlingen hilft. Und die Menschen weder wegen Geschlecht, Rasse oder Aussehen benachteiligt.

Unsere Demokratie wird auf die Probe gestellt. Da darf man auch mal Angst haben und ein ungutes Gefühl. Aber helfen wird wohl nur eins: Wir müssen aufstehen, laut sein, für unsere Werte eintreten und sie verteidigen. Es wird kein einfacher Weg sein. Aber ein lohnender. Und wir werden ihn gemeinsam gehen. Mit 87%, die hoffentlich bald wieder mehr werden.

Mehr zum Thema unter anderem bei ttt in der ARD Mediathek